Wanderreiten auf Traumpfaden im Taunus und Westerwald
Mit “Red Horse Trails” können Pferdefreunde Natur und Kultur verbinden.
Foto: profact/suchhamster
Aus dem Nebel taucht eine Reitergruppe auf. Ruhig und trittsicher laufen die fünf Paint-Horses hintereinander her. Entspannte Reiter auf bequemen Westernsätteln, unterwegs auf “Traumpfaden”. Wir sind im Taunus, auf einem Höhenzug oberhalb der Lahn. Neben uns die beeindruckende Ruine der Brunnenburg, einer Stiftskirche aus dem 12. Jahrhundert. Jetzt ist es Zeit für ein Picknick aus der Satteltasche.
“Wir reiten bei fast jedem Wetter, alles Weitere ist vor allem eine Frage der Ausrüstung”, sagt Dr. Helmut Vogelsberger, Rittführer der Gruppe. Und weil auf den Reittouren durchs Gelände neben Geist und Seele auch der Körper genießen wolle, werde auch Kulinarisches geboten. Sagt’s und packt eine riesengroße Pfeffersalami aus dem Elsass aus. Wanderreiten sei eines der letzten Abenteuer unserer zivilisierten Welt, das Reisen zu Pferd in unberührter Natur und Landschaft ein Erlebnis für Körper und Geist, erklärt Vogelsberger und nippt an seinem dampfenden Glühwein.
Auch Anfänger sind willkommen
Vogelsberger ist Wanderrittführer und Absolvent der Deutschen Wanderreiter-Akademie (DWA), einer 1992 entstandenen Ausbildungsorganisation mit Sitz in Reckenthal/Montabaur. Zusammen mit Karin Schäfer (Geländerittführerin DWA) bietet er unter “Red Horse Trails” ungewöhnliche Ritte mit Niveau. Lehrmeister der beiden ist Wander-Rittmeister Herbert Fischer, der das Wanderreiten als eine “erlesene Komposition mit den Erlebniselementen Natur und Landschaft, Kultur und Geschichte, Reiten in angenehmer Gesellschaft mit kulinarischem Genießen und einem Hauch von Abenteuer” beschreibt. Sitz der Taunus-Wanderreiter ist der Köbelerhof in Kördorf, zu finden ziemlich genau zwischen Koblenz und Wiesbaden. Auch Anfänger und Wiedereinsteiger sind hier willkommen. Die fünf gut ausgebildeten, nervenstarken Paint-Horses bringen nicht nur den geübten Wanderreiter, sondern auch den Neuling trittsicher ans Ziel. Typische Ritte führen über die Höhen und durch die Schluchten von Taunus und Westerwald, in das Mittelrheintal und in den Rheingau, vorbei an mittelalterlichen Burgen, Schlössern und Klöstern. Beispielsweise bei “Gaukeley, Minnesang und Rittermahl”, einer Reise in die Spätromanik zur Burg Nasssau. Kulinarische Erlebnisse sind bei jeder Tour fest eingeplant. So können sich die Teilnehmer bei der “Balada Espagnola”, eingebunden in einen mehrstündigen Ritt durch das Jammertal, auf eine spanische Nacht mit Flamenco, Tapas und Rioja freuen. Oder sich bei “Salve Apicius” Ende September beim Ritt über den Limes mit der römischen Küche des Apicius anfreunden. 260 Euro kostet ein 3-Tages-Ritt auf Red-Horse-Pferden, Übernachtungen, Frühstück, Picknick und Abendessen eingeschlossen.
120.000 Reiter mögen es besinnlich
Wanderreiten sei mehr als Freizeitreiten über längere oder lange Distanzen. Wanderreiten brauche Wissen und Erfahrung, so Vogelsberger. Nach den ersten Trekking-Touren mit Ponys in Schottland in den 50er und 60er Jahren hat sich das organisierte Wanderreiten in den 80er Jahren in Deutschland etabliert und ist inzwischen eine Attraktion geworden. Die Deutsche Wanderreiter-Akademie, wiederholt als der ADAC für Wanderreiter bezeichnet, hat mit ihrem Ausbildungskonzept an dieser Entwicklung einen wesentlichen Anteil. “Dem Wanderreiter geht es vorrangig darum, bei seinen Reisen im Sattel ein Höchstmaß an Erlebnisqualität zu verwirklichen”, erklärt Vogelsberger. Mit dieser Philosophie konnten sich nach Erhebungen der Deutschen Wanderreiter-Akademie und des Marktforschungsinstitutes IPSOS bereits mehr als 120.000 Pferdebesitzer anfreunden. Damit entwickelte sich das Wanderreiten auch zum Wirtschaftsfaktor. Reiten ist ohnehin immer mehr angesagt: knapp elf Millionen Deutsche interessieren sich laut IPSOS für den Pferdesport, deutlich mehr, als es überhaupt Pferde gibt. Denn obwohl sich die Population der Pferde in Deutschland in den vergangenen 35 Jahren mehr als verdreifacht hat, leben nach einer Hochrechnung der Statistiker hierzulande nur etwa eine Million Pferde. Die Suche nach einem fürs Wanderreiten geeigneten Ross könnte somit schwierig werden. Schon allein deshalb mache es Sinn, sich vertrauensvoll an einen der organisierten Wanderritt-Veranstalter zu wenden, meint Vogelsberger. Wer als Mann dabei von einer kernigen Herrenrunde im Cowboy-Stil träumt, sieht sich – rein statistisch – von den Damen überflügelt: Mehr als 70 % der aktiven Reiter sind Frauen, wie die Deutsche Reiterliche Vereinigung (FN) verrät.
Red Horse Trails Ltd. & Co. KG
Köbelerhof 4
56370 Kördorf
Telefon 06486 – 902439
Web: www.wanderreiten-taunus.de
(tk via profact)
Danke an unseren Partner-Blog www.suchhamster.de für diesen Tipp!
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