Caprilli-Test – FN bietet Infos und Aufgaben
Um dem Caprilli-Test zu neuer Blüte zu verhelfen, hat die Deutsche Reiterliche Vereinigung (FN) dazu jetzt schriftlich zahlreiche Tipps für Teilnehmer, Veranstalter und Ausbilder festgehalten. In den Unterlagen, die ab sofort bei der FN erhältlich sind, finden sich acht Aufgaben für drei Schwierigkeitsstufen.
Wer Caprilli hört, denkt oft an Springen. Das ist kein Wunder, hat der Italiener Federico Caprilli, dessen Todestag sich am 6. Dezember zum 100. Male jährt, doch den Springsport mit seinem Sitz revolutioniert. Aber nicht nur den Springsport, sondern den gesamten Reitsport. Sein mit nach vorne geneigtem Oberkörper in die Bewegung des Pferdes eingehender und den Rücken des Pferdes entlastender Sitz ist Grundlage des leichten Sitzes und damit auch Basis für das Reiten im Gelände. Also für das, was laut FN-Marktanalyse aus dem Jahr 2001 über 60 Prozent der Reiter gerne tun: Ausreiten.
Wie das Dressur- oder Springreiten auf dem Außenplatz oder in der Halle fordert auch das Ausreiten vom Reiter einen variablen, anpassungsfähigen und ausbalancierten Sitz. Mal ist der Boden hart, mal weich. Mal erschreckt sich das Pferd. Mal geht es bergauf, mal bergab – mehr oder weniger steil, mal muss man sich aufgrund tiefhängender Äste bücken, mal muss man sich nach links oder rechts beugen. Mal geht es über einen Baumstamm oder durchs Wasser. Wechselnde Boden- und Geländeverhältnisse sowie -situationen erfordern wechselnde Sitzformen, mit denen der Reiter in jeder Lage auf das Pferd einwirken kann und mit denen er sich immer wieder ins Gleichgewicht mit dem Pferd bringt. Diese Fähigkeiten kann man üben und prüfen lassen: beim Caprilli-Test. Der pferdefreundliche Rittmeister aus Italien stand für diesen Wettbewerb namentlich Pate.
Beim Caprilli-Test wird in einer Kombination von dressurmäßigen Aufgaben, Traben über Stangen und Überwinden kleiner Hindernisse die breit angelegte Grundausbildung von Reiter und Pferd abgefragt. Auf Breitensportfestivals erfreut sich dieser Wettbewerb wachsenden Zuspruchs bei Veranstaltern und Teilnehmer – sie zählen zu den am besten besuchten Wettbewerben. Um diese Entwicklung weiter zu fördern und aufgrund der steigenden Nachfrage nach Informationen und Standards hat die FN nun Unterlagen zum Caprilli-Test erstellt. Birgit Lietmann, Mitarbeiterin der FN-Abteilung Breitensport, hat mit einer Arbeitsgruppe bestehend aus renommierten Ausbildern den Caprilli-Test definiert. In den Unterlagen können Teilnehmer, Ausbilder und Veranstalter nachlesen, wer am Wettbewerb teilnehmen kann, wie Reiter und Pferd ausgerüstet sein sollen, wie Prüfungsplatz und Hindernismaterial beschaffen sein sollen, welche Schwierigkeitsstufen unterschieden werden, wie gewertet wird und wer die Prüfung richten darf. Kern der Unterlagen ist der Aufgabenteil mit insgesamt acht Aufgaben und Aufbauskizzen. “Um eine möglichst große Zielgruppe von Teilnehmern anzusprechen, haben wir die Aufgaben in drei aufeinanderaufbauende Schwierigkeitsstufen unterteilt. So haben Reiter jeden Alters und Ausbildungsstandes – vom Reitanfänger über den erwachsenen Wiedereinsteiger bis hin zum erfahrenen Reiter – die Möglichkeit, sich in diesem Wettbewerb zu messen und langsam an höhere Aufgaben heranzutasten”, sagt Birgit Lietmann.
In Stufe 1 wird Folgendes gefordert: Der Reiter trabt größtenteils leicht und sitzt erst gegen Ende der Aufgabe aus. Im Galopp reitet er im leichten Sitz sowie einsitzend. Im Trab wird über Stangen geritten und aus dem Trab über kleine Kreuze. Drei Aufgaben- und Aufbauvarianten stehen für den Veranstalter zur Auswahl, die er natürlich auch in der Ausschreibung angibt. Dann kann auch jeder entscheiden, ob der Wettbewerb für ihn in Frage kommt und er kann sich präzise vorbereiten. In Schwierigkeitsstufe 2 werden die Hufschlagfiguren mit zehn Meter-Volten, Schlangenlinien und Mittelzirkeln etwas anspruchsvoller als in der ersten Stufe. Darüber hinaus wird zum Ende der Aufgabe im Trab das Zügel-aus-der-Hand-Kauen gezeigt. Außer über am Boden liegende Stangen geht es im Trab über In-Outs und im Trab und Galopp über kleine Hindernisse in Form von Kreuzen und bis zu 60 Zentimeter hohen Steilsprüngen. Die Distanzen sind für Reiter und Pferd einladend. Auch hier gibt es drei Aufgabenvarianten. In den beiden Aufgaben für die Stufe 3 kommt das Reiten von ganzen Paraden, also das Halten, hinzu. Als Gehorsamsprüfung lässt man das Pferd drei bis fünf Tritte rückwärts treten. Hinsichtlich des Springens erwarten den Teilnehmer neben einzelnen Steilsprüngen einladende Distanzen und Hindernisfolgen bestehend aus zirka 60 bis 70 Zentimeter hohen Steilsprüngen.
“Im Caprilli-Test geht es um Ausbildung mit Spaß und Motivation. Der Wettbewerb ist offen für alle Reiter und Pferde unterschiedlicher Rassen. Nicht alle Reiter sind am klassischen Turniersport interessiert, möchten aber durchaus unter Beweis stellen, dass ihre Pferde an den Hilfen stehen und sie typische Aufgaben beherrschen, die auch beim Ausreiten abgefragt werden. Zum Beispiel das Reiten unterschiedlicher Tempi und das Überwinden kleiner Hindernisse,” erklärt Birgit Lietmann die Ausgangsüberlegungen der Arbeitsgruppe. Um möglichst viele Reiter anzusprechen, sind die Teilnahmebedingungen und Ausrüstungsvorgaben bewusst offen gehalten. “Wir haben sie als Empfehlungen formuliert. Orientiert haben wir uns daran, was zweckmäßig ist – so kann man die beschriebenen Anforderungen am besten mit einem Vielseitigkeitssattel erfüllen – und was unter Berücksichtigung von Tierschutz und Sicherheit sinnvoll ist. Beispielsweise sollten Teilnehmer, die nicht in einem Reitverein Mitglied sind, eine Unfallversicherung haben. Die man natürlich hoffentlich nicht in Anspruch nehmen muss. Schließlich sollte man zuhause auch mit Hilfe eines Ausbilders üben, was im Wettbewerb verlangt wird.” Das ist jetzt ja sehr gut möglich. Einfach die Unterlagen bei der FN bestellen. Bo
Weitere Informationen: Deutsche Reiterliche Vereinigung (FN), Birgit Lietmann, Tel. 02581/6362-537, E-Mail blietmann@fn-dokr.de - www.pferd-aktuell.de
(ak via fn-press)
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