FN-ServiceCard hilft behinderten Kindern
Svenja und Philipp sagen ‚Danke’
Die FN-ServiceCard wurde zwar zum Ende des vergangenen Jahres eingestellt, doch zwei kleine Pferdefreunde freuen sich ganz besonders, dass es die ServiceCard der Deutschen Reiterlichen Vereinigung (FN) überhaupt gegeben hat. Denn von jeder verkauften Karte ging ein kleiner Betrag an den Kinder-Unterstützungs-Fonds des Deutschen Kuratoriums für Therapeutisches Reiten e.V. (DKThR) und der wiederum hilft nun Svenja und Philipp aufs Pferd. Die FN-ServiceCard war Anfang 2007 auf den Markt gebracht worden und bot Pferdesportlern diverse Informations- und Beratungs-Leistungen sowie Einkaufsvorteile in Reitsportfachgeschäften.
Für Svenja und Philipp bedeutet das Therapeutische Reiten eine große Hilfe, das Leben zu meistern. Die 14-jährige Svenja aus Münster lebt im Kinderheim und kommt aus einer hochgradig problembelasteten Familie. Schon in frühester Kindheit wurde sie körperlich und seelisch misshandelt, was sich bis in ihr jetziges Leben auswirkt. Svenja hat kein Selbstwertgefühl, ist mut- und kraftlos und hat ihr Vertrauen in die Erwachsenen verloren. Aber auch mit Gleichaltrigen kann sie keine Freundschaften aufbauen, sie nimmt die Bedürfnisse ihrer Mitmenschen einfach nicht wahr. Eines aber liebt Svenja und das sind die Pferde. Beim Therapeutischen Reiten lernte sie, Vertrauen aufzubauen, ihr Selbstwertgefühl zu stärken und Beziehungen aufzubauen. Das Reiten brachte die Wende in ihrem Leben und die positiven neuen Erfahrungen veränderten auch ihren Alltag in der Schule und im Heim. Die “neue” Svenja achtete plötzlich auf ihr Gewicht, akzeptierte Regeln und Grenzen und war so zielstrebig wie nie zuvor. Doch dann endete das Therapeutische Reiten, das für zwei Monate vom Jugendamt bewilligt worden war – und Svenja fiel sofort in ihr altes Verhalten zurück. Schlimmer noch: Svenja fühlte sich erneut von den Erwachsenen verraten, bekam massive Schwierigkeiten in der Schule und nahm stark an Gewicht zu. Zum Glück kehren die Pferde dank des Kinder-Unterstützungs-Fonds (KUF) des DKThR nun in Svenjas Leben zurück – und werden ihr Schicksal hoffentlich zum Besseren wenden.
Auf etwa ein Jahr Hippotherapie darf sich auch Philipp aus dem schleswig-holsteinischen Preetz freuen. Der Junge hat das Angelmann-Syndrom. Er kann nicht laufen, nicht sprechen, besitzt keine Körpersymmetrie und nur ein geringes Koordinationsempfinden. “Philipp wird nun acht Jahre alt und ist wie ein achtmonatiges Baby. Er muss rund um die Uhr betreut werden, ist zu hundert Prozent schwerbehindert”, erzählt seine Mutter. Erst seit Kurzem nimmt Philipp an der Hippotherapie teil, doch sein Verhalten hat sich seitdem schon sehr verändert. Er freut sich, wenn es auf den Hof geht und er das Pferd sieht und ist von Mal zu Mal interessierter an dem Tier. Während der Hippotherapie sitzt die Therapeutin hinter Philipp und hält ihn. So kann er sich gut auf seine Körpermitte konzentrieren und es kehrt Ruhe in seine sonst rastlosen Bewegungen ein. Auch Philipp kann nun dank der Unterstützung durch die FN-ServiceCard und des DKThR-Kinder-Unterstützungs-Fonds weiter von der Hippotherapie profitieren.
(ak via S. Müller/Bo-fnaktuell)
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