World Cup Qualifikation Amsterdam: Catherine Haddad “Ich bin so begeistert von Cadillac”

Nach einem neunten Platz in einem sehr starken Starterfeld offenbart Catherine Haddad ihre Gefühle vor, während und nach ihren Prüfungen. Die Amerikanerin erlebte einen wahrhaft emotionalen Mix der Gefühle mit vielen aufregenden Momenten. Folgen Sie ihr auf ihrer Reise zum Glück!

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Catherine Haddad – Cadillac
(Foto via Jumping Amsterdam 09)

“Ich bin überrascht und begeistert wie gut sich Cadillac in der Welt Cup Qualifikation von Amsterdam gezeigt hat. Als ich letzte Woche auf die Starterliste schaut, dachte ich bleib besser daheim. 20 Starter die alle höher auf der Weltrangliste stehen als mein Pferd Cadillac – puh, das klang tough. Ich würde sagen, dass bei den Prüfungen in Amsterdam eine genauso scharfe Konkurrenz war wie wir sie im Finale der Westeuropäischen Liga in s’Hertogenbosch im März erleben werden.

Aber ich hatte zu Hause so ein gutes Gefühl auf Cadillac, dass ich mich entschloss, nach Amsterdam zu fahren und den Grand Prix als Trainingsrunde zu nutzen. Cadillac hat die aufregende Stimmung auf solchen Turnieren wie Amsterdam bisher kaum erlebt und ich wollte sehen, ob er mir auch in solchen Situationen vertraut und dabei entspannt bleibt.

Nachdem wir am Donnerstag den Vet-Check passiert haben und eine kleine Trainingseinheit absolviert hatten, bekam ich die traumhafte Nachricht, dass ich den ersten Startplatz im Grand Prix bekomme. Ich dachte mir “Oh, gut, dann können wir wenigsten heimfahren bevor es dunkel wird.” Aber das Auslosungsergebnis erwies sich im Nachhinein als Segen, denn um die Uhrzeit erwies sich das Stadion noch als relativ ruhig. Cadillac blieb voll auf mich konzentriert und erhielt für eine ordentliche Ruhe 67.2 Prozent. Damit war ich sehr zufrieden!

Je mehr die Prüfung voranschritt umso mehr heizte sich die Arena auf und viele Reiter bekamen Probleme durch Spannung und mussten Fehler verbuchen. Die meisten Schwierigkeiten hatte die Favoritin Adelinde Cornelissen: Parzival sah nach der Hälfte der Aufgabe etwas in der Menge und
Konnte weder überredet noch gezwungen werden, die Ecke bei K zu betreten. Seine Reiterin musste aufgeben.

Mir tat Adelinde in dem Moment sehr leid. Ich kenne die Situation sehr gut. Cadillac ist genauso sensibel wie Parzival und das hätte auch ich sein können, die dort aufgeben musste. Glücklicherweise beginnen sich die Jahre, in denen ich Cadillacs Vertrauen aufbaute, auszuzahlen. Im Endeffekt schlug Cadillac sieben Pferde und landete auf dem 13. Platz im Grand Prix. Keine frühere Abreise für uns! Damit waren wir ein Paar von 15 anderen, die sich für die Grand Prix Kür qualifiziert hatten.

Und dann wieder: Die herrliche Nachricht, dass wir wieder die Ersten sein werden, die in der Kür an den Start gehen. “Naja”, dachte ich. “Die Nummer eins scheint uns in den letzten Wochen zu verfolgen. Wir werden sehen, was wir daraus machen können.” Leider haben besonders in den Welcup-Qualifikationen die Kür-Ergebnisse die Tendenz, der Startliste zu folgen. An diese Tatsache habe ich mich schon etwas gewöhnt und war nur froh, dass es für mein Pferd im Grand Prix anders gelaufen war.

Nun kam der echte Test für uns. Ich wusste, dass das Stadion für die Kür sehr voll werden würde. Großzügerweise erhielt Adelinde die Genehmigung, vor der eigentlichen Kür einen Start als Testreiter zu absolvieren. So hatte sie die Möglichkeit, ihr Pferd noch einmal dort zu reiten und dem Wochenende ein besseres Ende zu verleihen. Das Paar zog eine unglaubliche Menge an Zuschauern an und so war die Stimmung enorm, als wir einritten. Ich hoffte nur, Cadillac würde bei mir bleiben.
Und er tat es! Wir hatten einen kleinen Schreckmoment in der Pirouette weil Cadillac etwas gesehen hatte – was es war ist mir rätselhaft aber dieses Phantom hinter “K” haben noch 13 von 15 anderen Pferden gesehen. Doch Cadillac kam direkt nach K wieder zu mir zurück und meisterte seine elf Einerwechsel wie geplant. Ein paar weitere Male kam er kurz aus dem Konzept aber jedes Mal waren wir fähig, tief durch zu atmen und weiter zu machen. Zwischen diesen heiklen Momenten verblüfften wir die Zuschauer durch seine super Piaff-Passage Tour, seine gesetzten Pirouetten und eine Trab-Arbeit die aus den Nirgendwo zu kommen schienen. Ich ritt einfach weiter und dachte nur “Wahnsinn, so ist er nie zuvor daheim getrabt!”

Dieses wunderbare Pferd hat in mich so viel Vertrauen entwickelt, dass wir auf der Mittellinie die Passage einhändig voller Harmonie zeigen konnten und nach einem glänzenden Halten glücklich das Viereck verlassen konnten. Ich war so stolz auf ihn!

Und die Richter zeigten Format und belohnten den ersten Ritt des Tages mit 71 Prozent. Wir endeten auf dem neunten Platz in der Weltcup-Qualifikation. Eine unerwartete und sensationelle Belohnung für mich und mein Pferd!

Grand Prix
· 1. Isabell Werth – Warum Nicht FRH – 75.744
· 2. Anky van Grunsven – Painted Black – 73.106
· 3. Kyra Kyrklund – Max – 72.085
· 4. Hans Peter Minderhoud – Nadine – 71.361
· 5. Jeannette Haazen – Nartan – 70.893
· 6. Laura Bechtolsheimer – Andretti H – 70.297
· 7. Minna Telde – Don Charly – 69.532
· 8. Emma Hindle – Lancet – 69.234
· 9. Marlies van Baalen – Kigali – 68.553
· 10. Jan Brink – Briar – 68.297
· 11. Sander Marijnissen – Moedwil – 68.212
· 12. Leida Collins Strijk – On Top – 67.957
· 13. Catherine Haddad – Cadillac – 67.234
· 14. Nathalie Zu Saeyn Wittgenstein – Rigoletto – 66.851
· 15. Joan Jensen – Albert – 66.680

Grand Prix Kür
1. Anky van Grunsven – Painted Black – 81.250
2. Isabell Werth – Warum Nicht – 78.750
3. Hans Peter Minderhoud – Nadine – 77.550
· 4. Kyra Kyrklund – Max – 77.200
· 5. Jeannette Haazen – Nartan – 76.950
· 6. Laura Bechtolsheimer – Andretti H – 75.050
· 7. Emma Hindle – Lancet – 73.900
· 8. Jan Brink – Bjorsells Briar – 73.500
· 9. Minna Telde – Don Charly – 71.000
· 9. Catherine Haddad – Cadillac – 71.000

Weitere Informationen in Reitwelten unter Amsterdam.

(ak via Focus on horses)


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