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Mannheimer Maimarkt: Deutsche Para-Dressurreiter überzeugten bei ihrer EM-Sichtung in Mannheim
Drei Siege für Doppel-Weltmeisterin Hanne Brenner

Mannheim11Mit dem Mannheimer Maimarkt-Turnier ist für die deutschen Para-Dressurreiter der Startschuss für die EM-Saison 2011 gefallen. Mit Siegen in allen drei Prüfungen in Grade III wurde Doppel-Weltmeisterin Hanne Brenner (Wachenheim) mit Woman of the World ihrer Favoritenrolle gerecht und legte damit den Grundstein für ihre elfte Championatsteilnahme seit 1999. Aber auch ihre Teamkolleginnen bewiesen auf dem Maimarktgelände, dass sie seit Kentucky nichts verlernt haben.

In Grade II lieferten sich wie schon in den USA die beiden deutschen Kaderreiterinnen Dr. Angelika Trabert (Dreieich) und Britta Näpel (Wonsheim) ein Kopf-an-Kopf-Rennen. Am ersten Tag siegte die 43-jährige Anästhesistin mit ihrem WM-Pferd Ariva-Avanti mit 70,476 Prozentpunkten, am zweiten Tag in der Teamprüfung hatte dann Britta Näpel mit Aquilina (73,333) die Nase vorn und bestätigte diesen Eindruck mit einem Sieg in der Kür. Beide Reiterinnen brachten in Mannheim neben ihren beiden zur Verfügung gestellten Championatspferden auch ihre eigenen Vierbeiner an den Start: Dr. Trabert ihre Stute Londria, Britta Näpel den ursprünglich aus dem Stall von Uta Gräf (Kirchheimbolanden) stammenden Schecken Invisible Touch. Beide landeten mit diesen ebenfalls in der Platzierung auf vorderen Plätzen.

Dominierendes Paar in Grade IV war Kür-Vizeweltmeisterin Michele George aus Belgien im Sattel des vom Gestüt Birkhof stammenden Württembergers FBW Rainman. Für sie war es der erste Auftritt in Mannheim. „Und sicher nicht das letzte Mal“, sagte die Belgierin, die aus der Nähe des diesjährigen EM-Standorts Moorsele stammt, aber regelmäßig nach Krefeld fährt, um bei Jean Bemelmans zu trainieren. Als bestes deutsches Paar beendete WM-Einzelreiterin Lena Weifen (Bösdorf) die drei Prüfungen mit Don Turner auf den Plätzen zwei, fünf und vier. Nicht am Start war dagegen Teamreiterin Juliane Theuring (Duisburg), deren Championatspartner, der PRE-Hengst Empaque, ihr nicht mehr zur Verfügung steht. „Sie hat aber einen Fünfjährigen, mit dem wir sie hoffentlich bald wieder bei uns mitmischen kann“, sagte Britta Bando (Hamburg), die langjährige Equipechefin der deutschen Para-Dressurreiter.

In Grade Ia wurden die deutschen Farben in Mannheim durch Elke Philipp (Treuchtlingen) mit Rousseau vertreten, die in der ersten Prüfung mit über 70 Prozentpunkten auf Platz zwei und in den beiden übrigen Tests jeweils auf Platz drei landete. Ähnlich erfolgreich war Alina Rosenberg (Konstanz) mit Magellan als beste Deutsche in Grade I b. Sie belegte am ersten Tag Platz eins, in der zweiten Prüfung Platz zwei und in der Kür den dritten Platz.

Seit mehreren Jahren ist Mannheim für die Para-Equestrian-Szene ein bedeutender Standort. „Hanne Brenner hat mich vor einigen Jahren dazu überredet“, verriet Peter Hofmann, Präsidiumsmitglied der Deutschen Reiterlichen Vereinigung (FN) und Turnierleiter in Mannheim. In diesem Jahr wurden die Para-Prüfungen durch Anhebung auf Drei-Sterne-Niveau nochmals aufgewertet und dafür sogar bei den regionalen Dressurprüfungen gekürzt. „In Mannheim wird die Integration seit 2003 groß geschrieben“, betonte Hofmann und signalisierte, dass er gerne auch bereit sei, einen offiziellen Nationenpreis in Para-Equestrian auszutragen.

Hochkarätig besetzt war das Turnier aber auch so, sogar Reiter aus Singapur und Mexiko waren am Start. Lediglich die in dieser Disziplin führenden Engländer fehlten in Mannheim. „Viele haben neue Pferde und wahrscheinlich wollen sie sich nicht in die Karten schauen lassen“, vermutete Britta Bando schmunzelnd. Viele andere Topreiter der Szene nutzten hingegen die Chance, sich schon jetzt für die Paralympics 2012 zu qualifizieren. Ein Ergebnis von mindestens 60 Prozentpunkte ist dafür notwendig, wenn man auf die Liste für London will. „National liegt die Messlatte sogar noch höher: bei 68 Prozent“, sagte Britta Bando. Das gilt auch für die bevorstehende EM. „Bei der Leistungsdichte in Deutschland können wir uns das zum Glück leisten.“

Ergebnisse Übersicht: hier klicken…

Weitere Informationen gibt es in Reitwelten unter MANNHEIMER MAIMARKT TURNIER oder hier: www.reiter-verein-mannheim.de

(ak via Uta Helkenberg/fn-press)


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