Michel Jessica (Foto via WRFC, rscp)
Michel Jessica (Foto via WRFC, rscp)

Das PfingstTurnier – Schaufenster mit Klasse statt Masse

„Ich möchte ein großes Dankeschön an die Veranstalter aussprechen“, begann Nachwuchs-Bundestrainer Hans-Heinrich Meyer zu Strohen sein Fazit nach vier Tagen 76. Internationales Wiesbadener PfingstTurnier. „Es ist mir hier immer eine persönliche Freude für die Kids. Auf solchen Turnieren zu reiten, ist toll für die jungen Nachwuchsreiter und bietet die Chance, selbst Star zu werden.“ Zum dritten Mal war das PfingstTurnier EM-Sichtung für Deutschlands beste Nachwuchsdressurreiter und Meyer zu Strohen war begeistert. „Wiesbaden ist für uns ein Platz, von dem wir kleinere und größere Stars auf den Weg schicken, um ganz große Stars zu werden!“ Und es sind die jungen und großen Stars, die sich jedes Jahr im Biebricher Schlosspark treffen – in der Dressur, im Springen, in der Vielseitigkeit und beim Voltigieren.

Noch nie war das Programm des PfingstTurniers so vielfältig wie in diesem Jahr. Neben der bewährten ‚Vier’-fältigkeit der Disziplinen kamen in diesem Jahr die Global Champions Tour, die höchstdotierte Springsportserie der Welt, und der U25-Förderpreis für Deutschlands Youngster in der Vielseitigkeit hinzu. Zwei ‚Neue’, die sich prima in das bestehende Programm integrierten. „Mit der Global Champions Tour und der DKB-Riders Tour, die seit elf Jahren Partner in Wiesbaden ist, haben sich zwei Touren bei uns getroffen“, erklärte die Präsidentin des Wiesbadener Reit- und Fahr-Clubs Kristina Dyckerhoff. „Wir hatten zwei Global Champions Tour-Tage und zwei DKB-Riders Tour-Tage. Zuerst haben wir überlegt, wie wir alles unter einen Hut bringen. Aber das hat super geklappt.“

Im vergangenen Jahr hat das PfingstTurnier 75. Geburtstag gefeiert und sich über eine Besucher-Rekordmarke von 70.000 gefreut. Am Mittag des Pfingstmontag bestätigte der Vize-Präsdient des WRFC, Dr. Hanns-Dietrich Rahn: „Der Tag ist noch nicht vorbei, aber wir kratzen wieder an 70.000 Besuchern. Das haben wir der Sonne, dem tollen Sport, der Vielseitigkeit, der Global Champions Tour und der DKB-Riders Tour zu verdanken.“ Rahn erklärte aber auch, dass damit die Kapazitäten des PfingstTurniers ziemlich ausgeschöpft seien.
„Wir wollen ein Schaufenster der Reiterei sein mit dem Motto: Klasse statt Masse.“ Das war das Schlusswort der WRFC-Präsidentin Dyckerhoff und zugleich gab sie das Versprechen: „Und das wird auch in Zukunft so bleiben..“

Grand Prix Special

Französischer Sieg im Special, Ingrid Klimke beste Deutsche

Sehr international ging es im Ranking des Grand Prix Specials, dem Preis der Landeshauptstadt Wiesbaden, zu: Platz eins ging mit 71,333 Prozentpunkten an die Französin Jessica Michel, die schon am Tag zuvor den Grand Prix gewonnen hatte. „Ich habe überhaupt nicht damit gerechnet und bin sehr sehr froh!“, betonte die Schülerin von Hans-Heinrich Meyer zu Strohen.

Platz zwei erritt die Belgierin Vicky Smits-Vanderhaselt und Dritte wurde die Britin Emma Hindle. Auf Platz vier folgte die beste deutsche Reiterin: Ingrid Klimke mit ihrem zehnjährigen Le Primeur-Sohn Liostro, den sie im vergangenen November übernommen hat. „Für Liostro war es das erste internationale Turnier und im Grand Prix war er noch viel zu schüchtern“, erklärte Klimke. „Da kam dann eine Zick-Zack-Traversale dabei heraus, die man kaum erkennen konnte, aber heute war er schon viel sicherer.“ Für Jessica Michel waren die Siege in Wiesbaden eine Station auf dem Weg zu den Olympischen Spielen. Frankreich hat einen einzigen Einzelplatz für Olympia und den wird – wenn nichts dazwischen kommt – die 29-jährige Michel mit ihrer Oldenburger Welt Hit II-Tochter Riwera de Hus bekommen.

Die EM-Sichtungen für Ponys, Junioren und Junge Reiter, die Special- und die Kür-Tour – das ist das Dressurprogramm im Wiesbadener Schlosspark. „Das ist unser Konzept: von der Entstehung im Ponyalter bis zum Spitzensport der Erwachsenen“, erklärte Jochen Kettner, der Leiter der Dressur beim PfingstTurnier und ergänzte mit einem etwas müden, aber glücklichen Lächeln. „Trotz einiger fehlender deutscher Dressurreiter aufgrund der terminlichen Engpässe in diesem olympischen Jahr hatten wir guten Sport und vor allen Dingen Spitzenstimmung. Ich bin sehr glücklich!“

Ergebnisübersicht Internationales Wiesbadener Pfingstturnier

CSI5* Internationale Springprüfung (1,40 m) Preis der Hildebrand Immobilien: 1. Rene Tebbel (Emsbühren) mit Pacolino 0/63,75 2. Alexandra Thorton (Großbritannien) mit Blue Curacao 0/63,83 3. Michael Jung (Horb) mit Der Dürer TSF 0/64,65 4. Bliss Heers (United States) mit Cesar 0/64,98 5. Emilie Martinsen (Dänemark) mit Bull Run´s La Bamba 0/65,01 6. Vladimir Beletskiy (Russland) mit Rocketman 0/66,78

CDI4* Internationale Dressurprüfung Grand Prix Special Qualifikation zum Finale MEGGLE Champions Preis der Landeshauptstadt Wiesbaden: 1. Jessica Michel (Frankreich) mit Riwera de Hus 71,333% 2. Vicky Smits-Vanderhasselt (Belgien) mit Daianira Van De Helle 70,600% 3. Emma Hindle (Großbritannien) mit Diamond Hit 70,422% 4. Ingrid Klimke (Münster) mit Liostro 69,600% 5.. Hannah Biggs (Großbritannien) mit Weltzin 68,933% 6. Hubertus Schmidt (Borchen) mit Lento 68,044%

Weitere interessante Informationen gibt es im Internet unter www.pfingstturnier.org

(ak via comtainment)

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